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Schloss

Als am 10. März 1686 dem Landgrafen Philipp die Propstei Kreuzberg zufiel, wurde sogleich mit dem Schlossbau begonnen. Man zog den Mittelbau zwischen den Türmen hoch und setzte einen gedrungenen, sechsseitigen, geschweiften Helm darauf.

Heute präsentiert sich das Philippsthaler Schloss nach einem großzügigen Umbau als Handels- und Dienstleistungs-
zentrum.

Ein besonderes Kleinod ist die landgräf-
liche Bibliothek, deren aufwendige Stuck-
decke noch erhalten ist. Nach wie vor steht der liebevoll in blau restaurierte kleine Raum im Dienste der Lesefreunde - als Gemeindebibliothek.

Ein Höhepunkt beim Streifzug durch die Schlossräume, die heute das Rathaus beherbergen, ist der repräsentative Sitzungs-
saal. Er wird auch gern als Trauzimmer genutzt. Das lebendige Muster der Tapeten ist etwa 180 Jahre alt und in zwei Bahnen, die sich dunkel vom Rest abheben, original erhalten. Die robusten Stühle stammen aus dem alten Rathaus und zählen auch schon fast 90 Jahre.


Südlich von Schloss und Kirche
führen gerade Baumalleen zu der
1731 errichteten Orangerie
 
Eine Oase der Ruhe ist der Schlossgarten mit
seinen alten Bäumen, den Teichanlagen
und den sich tummelnden Enten.
 
Grenzmuseum

Das Grenzmuseum im Torbogenhaus des Philippsthaler Schlosses war ursprünglich eine Informationsstelle des Grenzzoll-
dienstes. Diese wurde auf Initiative des damaligen Leiters des Zollkommissariat-
es eingerichtet, nachdem in den fünfziger und sechziger Jahren ein ständig steigen-
der Besucherstrom sowie ein zunehmen-
des Interesse an der innerdeutschen Grenze zu verzeichnen war.

So wurde zunächst eine Baracke an der
B 62, die von Juli 1951 bis Mai 1952 als Grenzkontrollstelle gedient hatte, mit einem Filmvorführraum ausgestattet, um Besuchergruppen anhand von Filmmaterial über die Grenzsperranlagen der DDR zu informieren.

 

Bis zum Eröffnungstermin am 16. 02. 1967 kamen noch verschiedene Exponate sowie ein Sandkastenmodell über den Grenzverlauf in Philippsthal hinzu.
Die Informationsstelle wurde von den Grenzbe-
suchern sehr gut angenommen und bis zum Spätsommer 1979 konnten mehr als 130.000 Besucher registriert werden.

Das Torbogenhaus des Schlosses sollte zu-
nächst abgerissen werden, wurde jedoch unter Denkmalschutz gestellt. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, die Informationsstelle aus den Barackenräumen in das Schlossgebäude zu verlagern. Die Zollverwaltung nutzte dieses An-
gebot und am 01.11.1979 konnten die jetzigen Räumlichkeiten ihrer Bestimmung übergeben werden.

Auch im Europa der achtziger Jahre hatte die innerdeutsche Grenze nichts von ihrer Anzieh-
ungskraft verloren. Bis zur Grenzöffnung am 12.11.1989 wurden jährlich zwischen 13.000 und 14.000 Besucher gezählt.

Inzwischen ist die Ausstellung mit Bildtafeln von der Grenzöffnung ergänzt worden. Die Betreu-
ung der Einrichtung hat die örtliche Arbeiter-
wohlfahrt übernommen und sich im Erdge-
schoss einen Versammlungsraum eingerichtet.

Wer das Museum besichtigen möchte, kann sich an die AWO-Vorsitzende Elisabeth Herrmann, Tel. 06620 - 1432, oder an die Gemeinde-
verwaltung, Tel. 06620 - 92100, wenden.

Die Führung dauert etwa eine Stunde und ist kostenlos.